
Dr. med. Dipl.-Biochem.
Onno Buurman
Dr. med.
Michael Dumschat
Dr. med.
Ralf Menkhaus
Dr. med.
Barbara Heidecker
privat
Der weibliche Zyklus
In den Eierstöcken einer Frau reifen während der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus ca. 1-3 Eizellen heran. Dieser Vorgang wird durch Hormonausschüttungen aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gesteuert. Durch Ausschüttung des Follikelstimulierenden Hormons (FSH) wird die Reifung der Eizelle in einem Eibläschen (Follikel) angeregt. Das Eibläschen selbst bildet weibliche Geschlechtshormone (Östrogene), die wiederum für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) verantwortlich sind. In der Zyklusmitte schüttet die Hypophyse vermehrt luteinisierendes Hormon aus, woraufhin die Eihülle platzt (Eisprung, Ovulation). Durch diesen Vorgang wird das Austreten der Eizelle aus dem Eierstock bewirkt.
Die Eizelle wird im Regelfall von einem der beiden Eileiter aufgenommen.
Während ihrer Wanderung durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter ist die Eizelle für einen kurzen Zeitraum von ca. 2-5 Stunden nach der Ovulation befruchtungsfähig.
Die leere Hülle des Eibläschens wird zum sogenannten Gelbkörper (Corpus luteum), welcher in den folgenden Tagen durch die Ausschüttung von Östrogenen und Progesteron auf die Gebärmutterschleimhaut einwirkt und sie auf die mögliche Einnistung eines Embryos vorbereitet.
Erfolgt eine Befruchtung der Eizelle durch eine väterliche Samenzelle, beginnt diese bereits auf ihrem vier- bis fünftägigen Transport durch den Eileiter mit der Zellteilung. Im günstigsten Fall nistet sich nach wenigen Tagen ein „Embryo“ (in diesem Stadium auch Blastocyste genannt) in der Gebärmutterschleimhaut ein. Die Funktion des Gelbkörpers bleibt in diesem Fall erhalten. Der Nachweis einer Schwangerschaft kann 14 - 15 Tage nach der Befruchtung durch die Konzentrationsbestimmung des hCG (humanes Choriongonadotropin, durch den Embryo und den Mutterkuchen gebildet) im Blut der Mutter erfolgen Wird die Eizelle dagegen nicht befruchtet, stellt der Gelbkörper seine Hormonproduktion ein. Durch das Ausbleiben der von ihm produzierten Hormone wird das Abstoßen der Gebärmutterschleimhaut mit der nächsten Monatsblutung bewirkt. Ein neuer Zyklus beginnt.